Tuesday, April 7, 2020

Leben auf Sparflamme

Schon komisch, wie sich unser Leben innerhalb so kurzer Zeit doch relativ drastisch verändert hat. Von ziemlich viel los, zu Leben auf Sparflamme. Aber ist es das wirklich? Sparflamme hört sich so negativ an. Ja, es gibt Tage, an denen uns hier fast die Decke auf den Kopf fällt, und wir am liebsten irgendwo hinfahren würden. Man sich eingeschränkt, fast eingesperrt fühlt. Aber eigentlich gibt es doch auch viele Tage, an denen ich das langsamere Tempo genieße. Nachmittags nirgendwo hin hetzen, weil man nicht muss, bzw. nicht darf, kann direkt erholsam sein. Wir hatten ohnenhin schon nicht wahnsinnig viele Aktivitäten für unsere Kinder, aber multipliziert mal vier ist man dann halt doch fast jeden Nachmittag unterwegs. Und so machen wir das, was zur Zeit wahrscheinlich alle Familien machen: viel zusammen spazieren gehen, Spiele spielen, unseren Garten auf Vordermann bringen, lesen...und natürlich Schule zu Hause (Osterferien gibt es leider nicht, und unsere kurze spring break war schon vor zwei Wochen). Zu Schule zu Hause sag ich jetzt mal nur: ausgesucht hätte ich es mir nicht, aber mit der Zeit wird auch das wirklich besser. Die Lehrer geben sich viel Mühe mit Video-Botschaften etc. Wir haben das Privileg, laptops in der Schule leihen zu können, damit alle gleichzeitig arbeiten können. Trotzdem: Hut ab an dieser Stelle an alle,  die Lehrer mit Leidenschaft sind oder waren!! Mein Onkel Udo, und nicht wenige meiner Freunde - ich könnte das nicht! Wollte ein paarmal schon meine Kinder mit einem Schild "Zum Mitnehmen!" um den Hals vor die Tür stellen:) Es ist ja nicht mal so, dass sie sich weigern, aber die Umstellung auf alles online erledigen, hat uns echt vor Herausforderungen gestellt. Deshalb hatte ich wohl auch nicht mehr wirklich Zeit oder Lust, mich um meinen Blog zu kümmern....wieso ich jetzt dazu komme? Hab meine Schüler zu einer online Sportstunde verdonnert. Ha! Und apropos Ha! Momentan sind es ja oft die kleinen Dinge, die mir (zugegeben diebische) Freude bereiten. Nachdem ich irgendwo eine Idee gesehen habe, wie man seine kids mit Monopoly-Geld zum Arbeiten bringen kann, hab ich das gleich in die Tat umgesetzt:

Mein Ladenschild, mit genauen Anweisungen, wie man "Geld" verdienen kann.

Ein Fach im Schrank habe ich kurzerhand zum Kiosk umgeräumt.

Und verhungern muss keiner. Wer pleite ist, darf gerne Obst essen. 
Das Konzept kam erstaunlich gut an. Auf einmal gibt es fast Streit drum, wer die Spülmaschine ausräumen, fegen oder Wäsche falten darf...:)

So oder so ähnlich sieht es hier dann tagsüber aus.

Ruthy findet Schule zu Hause ziemlich klasse. Immer einer da, mit dem man kuscheln kann.

Das war tatsächlich auch Schule: Lily musste als Hausaufgabe kochen, und hat Nudeln gemacht.

Dieses Fach stand zwar ursprünglich nicht auf dem Stundenplan, wurde von mir aber schnell erfunden:)


Vor der "Stay home, stay healthy!" Anweisung unseres governors haben wir zum Glück noch einen Ausflug zu Antelope Island geschafft:





Jetzt sind wir zwar "nur" in unserer Nachbarschaft unterwegs, aber immerhin dürfen wir raus! Gerne auch zu einem wunderschönen Park ein paar Blocks von uns weg. Nach einmal durchlüften klappt Schule immer gleich wieder besser.




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